Arrow
Arrow
Frühling ©Kai Steinmetz
Slider

Ministerin Scharrenbach: Heimat. Zukunft. Nordrhein-Westfalen – Wir fördern, was Menschen verbindet

13.04.2018


Das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung teilt mit:

„Heimat. Zukunft. Nordrhein-Westfalen – Wir fördern was Menschen verbindet“ – so lautet der tragende Titel für die Heimat-Förderung der Landesregierung.

Über fünf Elemente wird das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung die Gestaltung von Heimat vor Ort bis 2022 fördern.

„Wir fördern Heimat im Respekt vor ihrer Vielfalt: Heimat zu haben, heißt unsichtbare Wurzeln in sich zu tragen – egal, wo ein Mensch herkommt, egal wo sie oder er hingeht. Heimat findet in Nordrhein-Westfalen ihren Ausdruck in einem solidarischen Miteinander in gegenseitigem Respekt voreinander. Heimat ist das, was in unserer Gesellschaft Menschen miteinander verbindet, was einen starken Zusammenhalt in einer aktiven Bürgergesellschaft ausmacht.“, sagt Ministerin Ina Scharrenbach.

„Die Landesregierung wird in den kommenden fünf Jahren über fünf Elemente die Gestaltung der Heimat vor Ort, in Städten und Gemeinden und in den Regionen fördern. Mit dem klaren Bekenntnis der Landesregierung zum Erhalt des historisch-kulturellen Erbes unseres Landes, das seinen Ausdruck unter anderem in einer Verstärkung der für den Denkmalschutz zur Verfügung stehenden Landesmitteln findet, und neben Städtebauförderung werden wir im Landeshaushalt bis 2022 über 100 Millionen Euro für die Gestaltung von Heimat zur Verfügung stellen.“, führt die Ministerin weiter aus.

Die Veröffentlichung der Förderbestimmungen für die Heimat-Förderung ist für den Sommer 2018 vorgesehen; ab dann werden erstmals Anträge auf Förderung gestellt werden können. Die Ausgestaltung soll bürokratiearm erfolgen.

Die fünf Elemente der Heimat-Förderung der Landesregierung:

Heimat-Scheck
Zur unbürokratischen Förderung von Projekten lokaler Vereine und Initiativen, die sich mit Heimat beschäftigen, werden jährlich 1.000 Heimat-Schecks à 2.000 Euro mit einem wechselnden inhaltlichen Schwerpunkt bereitgestellt werden.

Der „Heimat-Scheck“ ist der Möglichmacher für all solche guten Ideen und kleinen Projekte, die eigentlich gar nicht viel Geld kosten, aber einen großen Mehrwert in der Sache versprechen. Antrag und Verwendungsnachweis werden auf ein Minimum reduziert, so dass Motivation sofort in Taten umgesetzt werden kann.

Heimat-Preis
Für innovative Heimatprojekte wird ein Preis ausgelobt, der die konkrete Arbeit belohnen und zugleich nachahmenswerte Praxisbeispiele liefern soll. Die Auszeichnungen sind eine Wertschätzung der (überwiegend) ehrenamtlich Engagierten und sollen zur weiteren – möglichst auch neuen – Mitgestaltung durch Bürgerinnen und Bürgern in unserer Gesellschaft motivieren. Auch hier gilt der Aufbau von unten nach oben: Kommunen sollen den Preis vergeben, die Sieger stellen sich anschließend dem Wettbewerb auf Landesebene. Kleinere Gemeinden sollen ein Preisgeld von 5.000 Euro vergeben können, Kreise von 10.000 Euro, größeren Kommunen werden 15.000 Euro zur Verfügung gestellt, sofern sie sich per Rats- oder Kreistagsbeschluss zur einer Teilnahme entscheiden. Mit dem Geld werden die Vielfalt der Aktivitäten gewürdigt und das ehrenamtliche Engagement für Heimat wertgeschätzt. Der Heimat-Preis entwickelt sich damit zu einer Ideensammlung für ganz Nordrhein-Westfalen, so dass daraus neue Aktivitäten erwachsen können. Auf Landesebene wird der Ideen-Wettbewerb fortgeführt: Eine Jury wählt die besten Projekte aus; zusätzlich soll jährlich ein Sonderpreis vergeben werden, der unter einem jährlich wechselnden Schwerpunktthema verliehen wird.

Ferner wollen wir mit einem Landes-„Heimat-Preis“ die Patenschaften unseres Bundeslandes sowohl mit den Siebenbürger Sachsen als auch mit Oberschlesien als Zeichen der jahrzehntelangen Verbundenheit zum Ausdruck bringen. Für beide Bereiche soll ebenfalls je ein Landespreis mit einer Dotation von 12.500 Euro ausgelobt werden.

Heimat-Werkstatt
Ideen zum Thema Heimat sollen in „Werkstätten“ entwickelt und verwirklicht werden, damit eine inhaltliche Auseinandersetzung in Gang gesetzt werden kann. Denn jede Region – ob Stadtviertel oder eine Gemeinde im ländlichen Raum – hat prägende Besonderheiten, mit denen sich die Bewohnerinnen und Bewohner identifizieren. Vertreter von Initiativen und anderen Organisationen, aber auch Bürgerinnen und Bürger direkt sollen sich in einen offenen, identitätsstiftenden Prozess einbringen. Zum Beispiel kann in einer offenen Kreativwerkstatt unter Beteiligung aller Akteure ein ortstypisches Kunstwerk entwickelt und verwirklicht werden, etwa als Gestaltung von Kreisverkehren. Der Diskurs in der Heimat-Werkstatt soll Gemeinsamkeiten herausarbeiten und das lokale Gemeinschaftsgefühl stärken. Zugleich wird mit der Gestaltung der öffentliche Raum aufgewertet. Beispiel: Ergebnis einer Kreativ-Werkstatt kann die künstlerische Gestaltung einer örtlichen Großfassade sein. Die „Heimat-Werkstatt“ lässt daher Kommunikationskultur und Kommunikationsstrukturen entstehen und fördert den Austausch über die Heimat vor Ort. Der aufwändige Prozess wird je Projekt mit mindestens 40.000 Euro gefördert. Empfänger können Kommunen sein, die Dritte beteiligen dürfen.

Heimat-Fonds
Initiativen, die ein Heimat-Projekt verwirklichen wollen, sollen durch den Heimat-Fonds unterstützt werden: Für jeden eingeworbenen Euro soll es je einen Euro dazugeben (bis maximal 40.000 Euro), so dass sich Gutes verdoppelt – auf ein Projektbudget von bis zu 80.000 Euro, über das vor Ort verfügt werden kann. Durch das Aufstockungsangebot motivieren wir Spenderinnen und Spender, je nachdem auch im Rahmen einer breiten Spendenkampagne in der örtlichen Bevölkerung, weil jeder weiß, das der gegebene Euro durch den „Heimat-Fonds“ doppelt so viel wert ist. Denn neben der reinen Finanzierung sorgt ein örtlicher Finanzbeitrag immer auch für Identifikation der örtlichen Gesellschaft mit „ihrem“ Heimat-Projekt.

Die Verwaltung des „Heimat-Fonds“ soll vor Ort über die kreisfreien Städte oder die Kreise erfolgen. Damit schaffen wir zugleich ein Vernetzungspotential und stärken den interkommunalen Austausch, die Regionalität und die Wahrung und Weiterentwicklung von Identität in den vielfältigen Räumen in Nordrhein-Westfalen.

Heimat-Zeugnis
Bezugspunkt lokaler Identifikation sind nicht selten die lokale und regionale Geschichte oder besondere und prägende Bauwerke, Gebäude oder entsprechender Orte in der freien Natur. Das Wissen um lokale, identitätsstiftende Besonderheiten gehört zur Bildung aller Generationen und ermöglicht Erfahrungen an besonderen öffentlichen Orten, die dadurch auch zu „Lern-Orten“ werden.

Somit wird zugleich ein Beitrag zur Bewahrung und Pflege der Gebäude und Orte geleistet. Beispiele für die sinnvolle Verwendung der finanziellen Unterstützung mit einem Mindestvolumen von 100.000 Euro können die Einrichtung eines virtuellen Museums an einem historischen Ort, die Neuausrichtung und Umgestaltung eines Heimat-Museums, aber auch die handwerklich angeleitete Restaurierung eines historischen, ortsbildprägenden Gebäudes durch eine Jugendinitiative sein. Kommunen als auch private und gemeinnützige Organisationen sind als Projektträger vorgesehen.

Zum Hintergrund: Heimat greift die Gefühle der Menschen auf. Vor dem Hintergrund der Globalisierung und der für viele Menschen unüberschaubarer gewordenen Welt gibt sie Halt und Orientierung. Wir wollen Mut machen. Jede Region hat ihren eigenen unverwechselbaren Charakter. Den wollen wir nicht verändern, sondern stärken – und damit die Vielfalt in Nordrhein-Westfalen fördern. In der ersten Phase unserer Heimataktivitäten war es wichtig, die Vielfalt des Themas zu beleuchten und das seit langem vorhandene Engagement in eine gemeinsame Heimatstrategie einzubinden. Das wechselseitige Kennenlernen und die Wertschätzung der Ehrenamtlichen standen am Anfang des Prozesses, der kontinuierlich und konsequent weiter verfolgt wird. Dieser Weg wird bei den Heimattouren weiter beschritten. „Die regelmäßigen Besuche bei den Menschen und den Orten, die das Heimatgefühl prägen, sind Ausdruck der Wertschätzung, die wir den lokalen und regionalen Ansprechpartner entgegen bringen.

Wie vielfältig die Bandbreite der Interpretationen von Heimat ist, dokumentiert die Aktion „Heimatbotschafter“: Fast 50 Prominente aus ganz Nordrhein-Westfalen haben mit Zitaten und Video-Beiträgen bewiesen, dass Heimat nicht ausgrenzt, sondern verbindet.

Beim Heimatkongress am Samstag, 17. März, in Münster können die Teilnehmer ihre persönlichen Sichtweisen von Heimat schildern. Das Treffen mit über 450 Gästen aus ganz Nordrhein-Westfalen ein Marktplatz für Ideen, Austausch, Anregungen, Kennenlernen und zugleich eine Börse, um Beispiele für gelungene Heimat-Aktionen zu geben. In fünf Foren wird Heimat unter verschiedenen Aspekten beleuchtet, etwa zur Frage, wie Kinder und Jugendliche für das Thema begeistert oder zusätzliche Ehrenamtliche gewonnen werden können.

Erläuterungen:
Heimat ist in der nordrhein-westfälischen Landesregierung eine Querschnittsaufgabe, weil viele Ressorts betroffen sind. Im Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung stehen für die Heimatförderung bis 2021 etwa 113 Millionen Euro zur Verfügung.

In Nordrhein-Westfalen sind etwa 160000 Mitglieder in etwa 900 Heimatvereinen organisiert. Darüber hinaus gibt es weitere Organisationen (etwa Stiftungen), die das kulturelle und soziale Erbe bewahren und für die Zukunft gestalten.

Quelle: www.mhkgb.nrw.de