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LAG Zülpicher Börde kommt mit vollen Koffern aus Sauwald Pramtal zurück

29.08.2019


Mitte August war es endlich soweit. Mit gepackten Koffern ging es für die 33-köpfige Delegation aus der LEADER-Region Zülpicher Börde zu einem Erfahrungsaustausch nach Sauwald Pramtal. Projektträger, Mitglieder und Vorstand der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Zülpicher Börde nutzten die Möglichkeiten zu Gesprächen mit gleichgesinnten Akteuren in der oberösterreichischen LEADER-Region und hatten dabei ein straffes Programm zu bewältigen. Dabei wurden nicht nur zahlreiche Informationen über bereits umgesetzte innovative Projektideen ausgetauscht, sondern in einem Kreativworkshop auch 48 neue Projektideen für die LEADER-Region Zülpicher Börde erarbeitet.

 

Europäische Vernetzung durch das LEADER-Programm

Das EU-Förderprogramm LEADER schreibt Vernetzung zwischen den ländlichen Regionen Europas nicht nur in der Förderrichtlinie vor, sondern unterstützt den Austausch auch finanziell. Wo andere Regionen lange nach gleichgesinnten Kooperationspartnern suchen, war die LAG Sauwald-Pramtal schnell als Kooperationspartner für die Zülpicher Börde gefunden. Beide Regionen haben sowohl gemeinsame kulturelle Wurzeln durch die Römer als auch zahlreiche Parallelen in den Schwerpunkten der jeweiligen Entwicklungsstrategien, welche Grundlage der umgesetzten Projekte in den jeweiligen Regionen sind. Somit passte ein transnationales Kooperationsprojekt zwischen beiden LEADER-Regionen wie Topf und Deckel.

Im Gegensatz zur Zülpicher Börde, die erst seit 2015 LEADER-Region ist, haben die Regionen Sauwald und Pramtal sich bereits 2007 gemeinsam als LEADER-Region Sauwald-Pramtal bei der Europäischen Region erfolgreich beworben. „Seit dem Zusammenschluss von Sauwald und Pramtal ist die Region gut zusammengewachsen. Dies liegt nicht zuletzt an den gemeinsam, bereits umgesetzten Projekten“, merkte Johannes Karrer, Regionalmanager und Geschäftsführer der LEADER-Region Sauwald-Pramtal, an. Seit Beginn des LEADER-Programms sind in der Region bereits 47 Projekte genehmigt worden, darunter sind u.a. Kleinprojekte, die aufgrund des geringeren Budgetbedarf und dem daraus resultierenden reduzierten Bürokratieaufwand, schneller umgesetzt werden können.

 

Bienenlehrpfad und Regionalvermarktung als Exkursionshighlights

Ein wesentliches Projekt der LAG Sauwald-Pramtal befasst sich mit den aktuell auch in der Öffentlichkeit diskutierten Themen des Insektensterbens und des Artenschutzes. Das LEADER-Projekt „Bi-Wa-Na“ (Biene-Wald-Natur) in Freinberg bringt den Besuchern auf einem Bienenlehrpfad die Welt der Insekten und deren Nahrungsquellen näher. In der „interaktiven Wabe“, einer einzigartigen, begehbare Wabenzelle, tauchen die Besucher in das Leben eines Bienenvolkes ein. Mit Spannung betrachteten die Exkursionsteilnehmer die Aktivitäten innerhalb des Bienenvolkes, die live auf einen Bildschirm übertragen wurden. Die Projektträger des hiesigen LEADER-Projektes „Bienen für die Börde“ tauschten sich intensiv mit den anwesenden Projektträgern des „Bi-Wa-Na“ aus. Ein Schwerpunkt ist die Vermarktung von Honig- und Wachsprodukten. So wurde durch ein Folgeprojekt des „Bi-Wa-Na“ ein Verkaufsraum für den Vertrieb von regional hergestellten Produkten aus Honig und Bienenwachs realisiert.

Ein weiteres LEADER-Projekt, das sich der Vermarktung regionaler Produkte widmet, ist das „Dahoam“. Ein Laden in Schärding, wo ausschließlich regional hergestellte Produkte nicht nur vermarktet, sondern auch im benachbarten Restaurant „Dahoam- Eingekehrt“ in Form heimischer Gerichte angeboten werden. Dabei sind neben Lebens- und Genussmitteln auch Geschenkartikel aus traditioneller Handarbeit im Sortiment vertreten. Ein weiterer Fokus des Geschäftes liegt in der Vermeidung von Verpackungsmaterialien. Unverpackte Lebensmittel werden in wiederverwendbaren Tüten abgepackt. Ein Thema, welches auch in der Zülpicher Börde aktuell ist.

 

Die Delegation der LAG Zülpicher Börde besuchte den regionalen Laden „DAHOAM“. Projektträgerin und Inhaberin Angela Mittermayr (rechts) erläuterte die Umsetzung des LEADER-Projektes.

 

 

Römer und Wasser als verbindende Elemente

Neben dem Thema Bienen und regionale Vermarktung verbindet die beiden LEADER-Region die gemeinsame kulturelle Geschichte durch die Römer, die sich an den Ufern der Donau schon früh niederließen. Wie auch in Zülpich pflegten die Römer an der Donau ebenfalls die Badekultur, die in den Ausgrabungsstätten des Römerburgus Oberranna und des Römerpark Schlögen besichtigt werden konnten. „Die Römer und der somit verbundene geschichtliche Hintergrund unserer LEADER-Regionen hat uns geprägt. Die Mentalität an Rhein und Donau ist ähnlich“, sagte Friedrich Bernhofer, Bürgermeister von Engelhartszell a.D. Die Donau als Lebensquelle war nicht nur zur Römerzeit von Interesse, sondern ist es auch noch heute. So wird im LEADER-Projekt Wassererlebnis „Mini-Donau“ die Donau als Fluss und Lebensraum für Mensch und Tier speziell für Kinder illustriert. Wie der Name bereits erläutert, wurde für dieses Projekt die Donau in Miniaturform nachgestellt. Kinder und auch Erwachsene können die Wasserführung durch Schleusen und Dämme beeinflussen und auf eindrucksvolle Art und Weise den Einfluss dieser auf den Verlauf des Flusses nachvollziehen. Im benachbarten Aquarium können die Besucher heimische Fischarten bestaunen. Störe, beispielsweise, waren einst in der Donau heimisch, sind aber u.a. aufgrund invasiver Tierarten von dort vertrieben worden. Auch in der Zülpicher Börde wird dem Thema Wasser ein hoher Stellenwert zugeschrieben. Das LEADER-Projekt „Wassernetz Börde“ zielt ebenfalls wie die „Mini-Donau“ auf die Vermittlung von Wissen ab und regt durch themenbezogene Maßnahmen zum Mitmachen ein.

 

OFF BEAT Projekt auf Europatournee

Begeisterung der Oberösterreicher brach für die Jugendlichen des hiesigen LEADER-Projekts „OFF BEAT“ aus. Unter der Leitung von Rhama Klein gaben diese einen Auszug ihres Bühnenprogramms für zahlreiche Besucherinnen und Besucher auf dem Marktplatz in Engelhartszell zum Besten. Durch den Auftritt der Tänzer und Sänger war es möglich beispielhaft ein kultur- bzw. sozialgeprägtes LEADER-Projekt der Zülpicher Börde den Vertretern der LAG Sauwald-Pramtal näherzubringen.

Durch die Eindrücke der Exkursion und dem Erfahrungsaustausch unter den Exkursionsteilnehmern und den Projektträgern aus Österreich und Deutschland wurden bereits neue Ideen für LEADER-Projekte in der Zülpicher Börde gesammelt. „Das Transnationale Kooperationsprojekt erlaubte uns den direkten Erfahrungsaustausch mit Projektträgern und Verantwortlichen der LEADER-Region Sauwald-Pramtal. Nun hoffen wir in der nächsten Förderperiode wieder in den Genuss einer LEADER-Förderung zu kommen, um die entstandenen Synergien nachhaltig in neue Projektideen zu implementieren“, so Peter Wackers, Regionalmanager und Geschäftsführer der LAG Zülpicher Börde. So kehrten die Akteure mit Koffern voller Kontakte, Erfahrungen und allen voran neuen Projektideen zurück in die Zülpicher Börde. Und wer weiß, vielleicht geht so mancher Koffer eines Projektträgers aus der LEADER-Region Zülpicher Börde auch noch häufiger auf Reisen nach Oberösterreich.