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Mit der VR Brille in den Einsatz

14.07.2020


Feuerwehr testet realitätsnah Einsatzsimulation / Workshop im Rahmen des BördeFeuer-Projektes / Australische Spezialfirma für virtuelle Realitätsanwendungen bei der Feuerwehr präsentiert Konzept für die Einsatzsimulation

 

Virtuelle Realität (VR) ermöglicht es Menschen, echte Situationen in einer virtuellen Welt zu erleben. Diese Eigenschaft macht VR zu einer perfekten Technologie, um Simulationen vorzunehmen oder Trainings auf virtuelle Art zu gestalten. In vielen technischen Bereichen, etwa im Maschinenbau oder der Medizin, gehört dies schon zum Alltag dazu.

Doch kann die Technologie auch helfen, Retter besser auszubilden?

 

Diese Frage stand im Mittelpunkt eines BördeFeuer-Workshops im Feuerschutztechnischen Zentrum des Kreises Düren in Stockheim, bei dem sich die Teilnehmer über die Möglichkeiten und den Stand der Technik sowie konkrete Lösungen im Bereich der Feuerwehr informierten und selbst virtuell in den Einsatz gehen konnten.

 

Dazu hatten die Organisatoren das australische Unternehmen Flaim- Systems gewinnen können, das erstmalig in Deutschland sein VR System für Feuerwehren präsentierte. Das System wurde in Australien von Feuerwehrleuten entwickelt und setzt sich mittlerweile weltweit durch; und dies aus verschiedenen Gründen: So können ohne großen Aufwand unterschiedliche Einsatzsituationen sehr realitätsnah simuliert werden – vom einfachen Entstehungsbrand bis zum herausfordernden Großbrand in einem Hochhaus – bei hoher Sicherheit für die Feuerwehrleute.

 

 

In Stockheim konnten die Feuerwehrleute in der vergangenen Woche 25 verschiedene Einsatzszenarien virtuell durchlaufen – vom Waldbrand über den Fahrzeugbrand bis hin zu verschiedenen Wohnungsbränden. Ausgestattet mit einer sogenannten VR Brille taucht der Feuerwehrmann sehr realitätsnah in das Einsatzgeschehen ein. Verstärkt wird das virtuelle Erlebnis durch eine speziell entwickelte Wärmeweste, die je nach Einsatzsituation bis zu 90 Grad Celsius warm wird und damit die Belastungen bei einem Feuerwehreinsatz simuliert. Einzigartig beim Flaim-System: Gelöscht wird zwar nicht mit richtigem Wasser, aber mit einem richtigen Schlauch samt Strahlrohr, welches wie in der Realität vom Trainierenden bedient werden muss. „Damit können wir natürlich sehr gut auch verschiedene Löschtaktiken trainieren, etwa wie sie bei einem Zimmerbrand notwendig sind, wo es auf kurze Sprühstöße mit wenig Wasser ankommt“, so Kreisbrandmeister des Kreises Düren Karlheinz Eismar.

 

 

Der realistische Schlauch simuliert dabei auch Druckstöße und beispielsweise die Belastungen, die durch den Zug einer langen Schlauchleitung entstehen. Die Atemmaske simuliert zudem das Atemschutzgerät, was bei den meisten Brandeinsätzen vom Feuerwehrmann getragen wird. „Nach wenigen Minuten ist man in dem Geschehen drin“, so Christian Malzbenden von der Feuerwehr Vettweiß. Die Darstellung kommt sehr nah an die Realität heran, vor allem auch die verschiedenen Löschverfahren, etwa wenn man mit Schaum oder Wasser löscht.

 

„Eine fortwährende Dokumentation des virtuellen Einsatzes ermöglicht es später, den Erfolg zu messen, gemeinsam zu besprechen und anhand der ermittelten Daten, wie beispielsweise die benötigte Zeit oder den Luftverbrauch, Verbesserungspotenziale aufzuzeigen“, so Eismar.

 

Die Teilnehmer zeigten sich über den Stand der Technik und die Realitätsnähe der Einsatzsimulation beeindruckt. Jetzt überlegt man bei den Feuerwehren in der Region, inwieweit ein solches System zur Ausbildung der Feuerwehrleute genutzt werden kann. Die Veranstaltung fand im Rahmen des Projektes BördeFeuer statt. BördeFeuer ist ein EU-gefördertes LEADER-Programm, bei dem fünf Feuerwehren aus der Region, darunter die Feuerwehren aus Nörvenich, Vettweiß, Zülpich, Erftstadt und Weilerswist gemeinsam im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit Konzepte zur Akzeptanzschaffung für die Feuerwehren entwickeln.

 

 

Pressekontakt:

Peter Berndgen

Freiwillige Feuerwehr Nörvenich

Projektansprechpartner Kommunikation

Tel. 0170-8001225

E-Mail office@boerdefeuer.de

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