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„Börde Feuer“ startet zur Nachwuchsgewinnung der Feuerwehren in der gesamten LEADER-Region Zülpicher Börde

17.07.2019


Die Freiwilligen Feuerwehren in der Zülpicher Börde gehören zu den größten ehrenamtlichen Organisationen in der Region. Jede Gemeinde verfügt über eine leistungsstarke Freiwillige Feuerwehr. Das Aufgabenfeld dieser Organisation hat sich allerdings in den zurückliegenden Jahren rasant geändert. Neben neuen Aufgaben, bspw. im Bereich überörtlicher Hilfeeinsätze, professionalisieren sich die Anforderungen bei Brand- und Rettungseinsätzen. Das Ehrenamt in der Freiwilligen Feuerwehr bleibt dabei die Stütze zur Sicherstellung eines flächendeckenden Brandschutzes. Weiterhin übernimmt die Freiwillige Feuerwehr einen hohen Beitrag im sozialen Leben in den Kommunen (Sicherung von Veranstaltungen, Unterstützung anderer Vereine etc.). „Der Gedanke die Freiwillige Feuerwehr mit dem Projekt „Börde Feuer“ zu unterstützen ist faszinierend und der Kreis Düren ist bereit diese großartige Idee zu fördern“, so Wolfgang Spelthahn, Landrat des Kreises Düren.

Durch die demographische Entwicklung ist in den vergangenen Jahren ein Mitgliederschwund in allen fünf Feuerwehren der teilnehmenden Kommunen zu verzeichnen. Auch immer höhere Anforderungen an die Ausbildungen und die Aufgaben bei verschiedenen Einsätzen führen zum Schwund im Ehrenamt Feuerwehr. Jugendliche in die Jugend- bzw. Kinderfeuerwehr zu bekommen – und später in die aktive Wehr zu übernehmen – gestaltet sich immer schwieriger.

Somit liegt der Schlüssel zur flächendeckenden Sicherstellung des bestehenden Brandschutzkonzeptes mit einer Freiwilligen Feuerwehr im Erhalt, der Förderung und der Stärkung des ehrenamtlichen Engagements.

 

Mit einer Gesamtsumme von 167.187 € ist das Projekt „Börde Feuer“ veranschlagt.   Die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Zülpicher Börde unterstützt das Projekt mit 108.671 € aus Landes und EU-Mitteln, wohingegen der übrige Anteil von den beteiligten Kommunen Zülpich, Erftstadt, Nörvenich, Weilerswist und Vettweiß erbracht wird. Der Durchführungszeitraum erstreckt sich von Juni 2019 bis Juni 2021. Projektträger ist der Kreis Düren, der das Projekt in den Gemeinden Nörvenich, Weilerswist und Vettweiß sowie in der Stadt Zülpich und im südlichen Stadtgebiet der Stadt Erftstadt umsetzt. Zielgruppen des Projektes sind Bürger/innen in der Region sowie deren minderjährige Kinder für den Bereich der Jugend- und Kinderfeuerwehr. Weitere Zielgruppen, die bisher noch nicht angesprochen wurden, sind Frauen, Seiteneinsteiger/innen und Neubürger/innen, insbesondere auch geflüchtete Menschen.

 

Konkret:

 

Da der demographische Wandel, zumindest kurz- und mittelfristig, nicht umkehrbar ist, ist ein schneller Handlungsbedarf gefordert. Deshalb gilt es, seine Herausforderungen anzunehmen und sich auf die Chancen zu konzentrieren. Vor allem die rückläufigen Mitgliederzahlen in den Einsatzabteilungen der Feuerwehren in der Zülpicher Börde machen deshalb die Umsetzung neuer Ideen für die Gewinnung von Mitgliedern und die Akzeptanzschaffung für die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehren (und damit auch die Motivation der aktiven Feuerwehrleute) zwangsläufig erforderlich.

Im Rahmen des Projekts wird eine Stabsstelle „Kommunikation“ errichtet, die als zentraler Servicepartner die Öffentlichkeitsarbeit der Feuerwehren in der Region unterstützt. Zudem werden Rahmenbedingungen zur Planung und Umsetzung überregionaler Maßnahmen zur Nachwuchsgewinnung geschaffen und ein allgemein gültiges Konzept für die Freiwilligen Feuerwehren in der LEADER-Region Zülpicher Börde entwickelt. „Das Projekt schafft eine gemeinsame Plattform insbesondere für die Jugendarbeit“, merkte Oliver Hartlieb, Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Nörvenich, an. Darüber hinaus sollen landesweit bereits verfügbare Maßnahmen in die Freiwilligen Feuerwehren in der Region übernommen und integriert werden. Ein individuell zugeschnittener Kommunikationsplan für jede einzelne Feuerwehr in der Region wird erstellt sowie Konzepte für Veranstaltungen, Events oder regionalen Kommunikationskampagnen entwickelt. Durch professionelle Auftritte der freiwilligen Feuerwehren sollen Imageeffekte erzielt werden. Überdies wird eine Betreuung und Fortführung des Projektes über die Projektlaufzeit hinweg angestrebt. Es gibt Bestrebungen, das Projekt nach Ende des Durchführungszeitraums auf die teilnehmenden Landkreise auszuweiten.